Eine interessierte Runde war im Repair-Cafe zusammen gekommen. Der Stammtisch der Bürger-Energiegenossenschaft Lage hatte sich das Thema E-Mobilität im Alltag vorgenommen.Wie klappt es mit dem E-Auto? Laden in Deutschland oder auf Auslandsreisen? Wie sind die Preise für den Strom? Kann man problemlos laden und bezahlen? Wie haben sich die Reichweiten verbessert? Was kann man über Haltbarkeit der Akkus sagen? Wer hat Erfahrungen mit dem E-Auto als Speicher / bidirektionales Laden? Wie sind die die Lademöglichkeiten vor Ort in Lage.
Unter der Moderation von Nils Roitsch entwickelte sich ein munteres Gespräch. Ein Erfahrungsausstausch im besten Sinne.
Wichtigste Motivation auf ein E-Auto umzusteigen sind die niedrigen Kosten für den gefahrenen Kilometer. Zwar gibt es nicht die eine entscheidende Zahl an der Ladesäule – zu verschieden sind die Lademöglichkeiten, vom günstigen Laden zu Hause bis zum teureren Laden Ad-hoc unterwegs. Aber Ladekarten und Apps zeigen einen guten Weg durch die Tarife. Abhängig von ihren Fahrgewohnheiten und Bedürfnissen berichteten die Teilnehmer, wie sie es für sich gelöst haben. Nils Roitsch lieferte ein Beispiel: Urlaubsfahrt Lage Bozen/Südtirol und zurück. 1580 km Verbrauch ca 25 kWh/100 km, ein vergleichbarer Diesel 1,95 Euro mit 8 l auf 100 km. Ersparnis 128 Euro.
Die Reichweiten haben sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Die lange Haltbarkeit der Akkus hat selbst die Hersteller überrascht. Ein neuer Vorteil: Durch Änderungen in den Bestimmungen ist ein E-Auto gut als Speicher für die Stromversorgung im eigenen Haus zu gebrauchen. Bei entsprechenden Tarifen kann günstig geladener Strom in teuren Stunden genutzt werden oder sogar teuerer ins Netz zurückgeschickt werden.
Eine längere Diskussion entspann sich zu den Reparatur- und Inspektionskosten. Da ein E-Fahrzeug viel weniger anfällige Komponenten enthält sind Reparaturkosten deutlich geringer. Allerdings berichteten verschiedene Teilnehmer von stark unterschiedlichen Beträgen für die Inspektionen. Es wurde vermutet, dass der Markt hier noch für eine angemessene Preissenkung sorgen wird. Kritisch angemerkt wurde, dass es oft nicht möglich ist einfach mit einer Girokarte zu bezahlen. Gegenbeispiel sind Säulen, bei denen ohne Vertrag nur durch einscännen eines QR-Codes problemlos mit dem Smartphone bezahlt werden kann. Für Heiterkeit sorgte ein Teilnehmer, der berichtete, seine Wartungs-App hätte für sein E-Fahrzeug automatisch einen Ölwechseltermin bei der Werkstatt gebucht. Was den Werkstattinhaber zu einem irritierten Rückruf veranlaßte.
Mehrere Teilnehmer berichteten, dass sie das entspanntere Reisen genießen “mal eine kurze Kaffeepause statt 800 km in eins runterreißen“. Auch zunächst skeptische Familienmitglieder seien inzwischen begeistert.
Wie sieht es mit Ladesäulen in Lage aus? – Es gibt den großen Ladepark an der Stauffenberg Str. mit 8 Ladepunkten, die Säulen auf dem Parkplatz Drawen Hof am Rathaus, eine neue größere Station an der Detmolder Str., mehrere Ladepunkte an Supermärkten und in Gewerbegebieten. Teilnehmer wiesen darauf hin, dass ärgerlicherweise nicht alle Supermarktparkplätze am Sonntag oder nachts geöffnet seien. Es fehlt wie in anderen Städten in Deutschland auch an Lademöglichkeiten in Wohngebieten mit Mehrfamilienhäusern für Menschen, die keine Wallbox am Wohneigentum einrichten können. In anderen eurpäischen Ländern ist man da schon weiter (Laternen- oder Bordstein-Laden)
Dass es auch bei den Speditionen mit der E-Mobilität vorangeht – darüber hat die LZ schon häufiger berichtet. Passend dazu unser Foto von der Ladestation an der Stauffenbergstr. Es lädt eine schwere Zugmaschine mit 816 PS und 500 km Reichweite.